Eine Goldgrube in Almograve

Letzte Änderung 11. Juni 2024

Almograve, eine Station auf dem Fischerpfad, ist ein unscheinbares Dorf mit dem Verwaltungssitz der Gemeinde Longueira/Almograve, die am 12. Juni 2001 durch Ausgliederung der Nachbarorte Almograve, Longueira und Cruzamento de Almograve aus der Gemeinde São Salvador entstand.

Die neu gegründete Gemeinde zählt ca. 2.500 Einwohner und ist wirtschaftlich vor allem von der Landwirtschaft abhängig. Der Fischfang über den drei Kilometer südlich von Almograve gelegenen Fischerhafen Lapa de Pombas hat seine frühere wirtschaftliche Bedeutung verloren, und der Tourismus hat im Vergleich zu den benachbarten Küstenorten wie Vila Nova de Milfontes und Zambujeira do Mar keinen nennenswerten Aufschwung genommen. Dafür fehlt es Almograve an attraktiven Unterkünften, Restaurants und einem malerischen historischen Ortskern.

Das einzige, was Almograve zu bieten hat, ist ein fantastischer Natursandstrand und den Raubbau an der Natur durch eine unkontrollierte Kultivierung von Frühstücksbeeren.

Goldgrube aus Heidelbeeren

In Almograve leben sehr viele Menschen aus Indien, Pakistan, Bangladesch und Nepal, die als Arbeitsmigranten auf den großen Farmen im Umland arbeiten. Wenn man durch den Ort geht, hat man den Eindruck, dass jeder vierte aus Asien stammt. Man komm durch Wohnviertel, die nur von ihnen bewohnt sind, mit eigenen Geschäften und Restaurants.

Die Nachfrage der Europäer, vor allem der Deutschen, nach Heidelbeeren, Erdbeeren und Himbeeren hat die neue Gemeinde in eine Goldgrube für die multinationalen Agrarkonzernen, lokalen Großgrundbesitzer und europäischen Handelsunternehmen verwandelt. Leidtragende sind die Gastarbeiter, die unter erbärmlichen Bedingungen für einen Hungerlohn in der Hitze schuften müssen, aber auch der größte Naturpark des Landes und die einheimischen Kleinbauern. Der Anbau der amerikanischen Kulturheidelbeere benötigt sehr viel Wasser, lässt die Böden im Naturpark austrocknen und hindert die Kleinbauern daran, ihre Felder zu wässern. Mehr dazu in einem Artikel von Jan Petter: Das 247-Millionen-Euro-Geschäft mit Europas Frühstücksbeeren. [1]

Praia de Almograve

Der Praia de Almograve liegt etwa einen Kilometer entfernt westlich von Almograve. Der ausgedehnte Sandstrand ist von malerischen Klippen umgeben. Er besteht aus einem Nord- und einem Südstrand. Bei Flut werden sie durch eine Felsgruppe, die aus dem Sand emporragt, voneinander getrennt. Die meisten Touristen breiten sich auf dem Südstrand aus, um unabhängig von den Gezeiten zur einzigen Strandbar zu gelangen.

Quellenangaben

[1] vgl.: Jan Petter: Das 247-Millionen-Euro-Geschäft mit Europas Frühstücksbeeren. aus: https://www.spiegel.de/ausland/portugal-warum-erntehelfer-aus-nepals-heidelbeeren-und-himbeeren-ernten-und-ein-nationalpark-leidet-a-1983db24-c114-46c4-bd2d-0e391c8351a4 Erschienen am: 22. August 2021. Abgerufen: 27. Mai 2024, 14:57 UTC.