Letzte Änderung 15. Januar 2026
Die Ponta da Piedade bei Lagos zählt zu den spektakulärsten Naturwundern der Algarve in Portugal. Die südlich der Stadt gelegene Landspitze besticht durch ihre goldgelben Kalksteinfelsen, die über Jahrtausende hinweg durch die Kraft des Atlantiks geformt wurden. Besonders beeindruckend ist das Zusammenspiel aus bizarren Felsformationen, natürlichen Steinbögen und versteckten Grotten, die in das türkisfarbene Wasser ragen.
Über Jahrhunderte hinweg war die vom Wind gepeitschte Landspitze ein Ort des Schreckens und des innigen Gebets. Ihr Name, Ponta da Piedade [deutsch: Spitze der Barmherzigkeit], geht auf die Ängste der örtlichen Fischergemeinde zurück. Bei Unwettern versammelten sich dort die Ehefrauen und Mütter der Fischer auf den hohen, ungeschützten Steilufern. Sie durchsuchten den Horizont und erbaten göttliche Huld für ihre Liebsten auf hoher See. [1]
Entlang der Klippen verläuft heute ein gut ausgebauter Holzsteg, der atemberaubende Panoramablicke auf den Atlantik und den Leuchtturm ermöglicht.
Rundwanderung zur Ponta da Piedade
Die sieben Kilometer lange Rundwanderung (GPX-Daten) startet bei der Bronzestatue des São Gonçalo. Über den sogenannten „Boardwalk”, einen Holzsteg, gelangt man in etwa zwei Stunden (115m↑ – 114m↓) reiner Gehzeit entlang der dramatischen Steilküste über die Südspitze der Ponta da Piedade mit ihrem Leuchturm zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Praia do Canavial und von dort zurück zum Startpunkt.
Startpunkt: Bronzestatue des São Gonçalo
Von der Bronzestatue des São Gonçalo aus folgt man der Avenida dos Descobrimentos etwa 100 Meter Richtung Süden bis zur Rua Doutor José Formosinho. In diese biegt man links ein. Man lässt das Pinhão Restaurant rechts liegen und geht weiter, bis man eine luxuriöse Villa erreicht.
Kurz danach beginnnt der Boardwalk der entlang der Steilküste bis zur Ponta da Piedade führt. Er ist größtenteils als komfortabler Holzsteg ausgebaut. Von dort aus führen immer wieder Seitenwege zu Aussichtsplattformen oder zu Treppen hinunter zu traumhaften Stränden.
Die 13. und letzte Etappe des Fischerpfads führt vom Praia da Luz aus über die Klippen zur Ponta da Piedade und weiter in den Hafen von Lagos. Der abschließende Abschnitt über den Boardwalk ist der einfachste des gesamten Fischerpfads.
Praia Dona Ana
Südlich von Praia Dona Ana befindet sich eine namenlose Bucht mit einer Felsbrücke.
Praia do Camilo
Eine steile Treppe führt hinunter zum Wasser. Von dort aus starten kleine Fischerboote und Kajaktouren, die die Besucher direkt in die labyrinthartigen Höhlen und unter die imposanten Felsbrücken führen.
Praia da Balança
Farol da Ponta da Piedade
Die südliche Spitze der Landzunge wird durch den im Jahr 1913 in Betrieb genommenen Leuchtturm Farol da Ponta da Piedade markiert. Dieser besteht aus einem quadratischen, weiß gefliesten Turm mit einer Höhe von 13 Metern sowie einem angrenzenden, einstöckigen Wärterhaus.
Geografisch markiert der Leuchtturm einen der markantesten Punkte der Küstenlinie im Süden Portugals. Seine Optik befindet sich auf einer Feuerhöhe von 51 Metern und dient der sicheren Navigation in den küstennahen Gewässern. Besucher sind weniger vom Gebäude selbst als von der spektakulären Umgebung verzaubert. Wind und Wellen haben hier über Jahrtausende hinweg eine Labyrinth-Landschaft aus goldenen Felsformationen, versteckten Grotten und türkisblauen Buchten geformt.
Ermida de Nossa Senhora da Piedade
Der Leuchtturm wurde auf den Überresten einer Wallfahrtskapelle errichtet. Laut einer Legende erschien den Fischern zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Heilige Maria Nossa Senhora da Piedade strahlend auf dem Klippenplateau, während sie auf See waren. Ihr Leuchten zeigte den im Nebel verirrten Fischern den sicheren Weg um die Halbinsel herum.
Die Kunde von der Marienerscheinung verbreitete sich schnell und das Klippenplateau Leixão da Cruz wurde bald darauf in Ponta da Piedade umbenannt. Im Jahr 1580 vergab die Kirchengemeinde Santa Maria von Lagos den Bau der achteckigen Wallfahrtskapelle Ermida da Nossa Senhora da Piedade [deutsch: Einsiedelei Unserer Lieben Frau der Frömmigkeit], um der erfahrenen Barmherzigkeit der Heiligen die gebührende Würdigung zu erweisen.
In der griechischen Antike soll sich dort ein großer Torbogen aus Stein befunden haben, durch den die Sonnenaufgänge beobachtet werden konnten. Griechische Seefahrer sollen dort ihrem Sonnengott Helios gehuldigt haben, der später mit Apollon gleichgesetzt wurde. Im späten Römischen Reich soll an dieser Stelle ein Tempel des „unbesiegbaren” Sonnengottes Sol Invictus errichtet worden sein. [3]
Dem Boardwalk folgt man nach dem Leuchtturm noch etwa 800 Meter bis zum Aussichtspunkt Miradouro da Praia do Canavial, von dem aus sich ein fantastischer Blick auf den Praia do Canavial und den dahinter liegenden Praia do Porto de Mós bietet.
Von diesem Aussichtspunkt aus gelangt man in 45 Minuten über einen abkürzenden Weg wieder zurück zur Bronzestatue des São Gonçalo, dem Startpunkt des beschriebenen Rundwegs.
Quellenangaben
[1] vgl.: Artikel: Ponta da Piedade, Lagos. aus: © 2026 lagosportugalguide.com. URL: https://www.lagosportugalguide.com/de/ponta-da-piedade-lagos-de.html. Datum des Abrufs: 5. Januar 2026, 17:16 UTC.
[2] Fotografie der Ermida de Nossa Senhora da Piedade (Einsiedelei Unserer Lieben Frau der Frömmigkeit) am Kap Ponta da Piedade nahe der Stadt Lagos in Südportugal. Die Aufnahme entstand in den letzten Jahren des Klosters, das 1912 für den Bau eines Leuchtturms abgerissen wurde.
Autor: Papelaria Barros / Edições MIR Lisboa. 20. Jahrhundert. Quelle: Wikimedia Commons: Datei : Ermida de Nossa Senhora da Piedade – Lagos.png. (16:9 Ausschnitt der zugrundeliegenden Postkarte, Flecken im Himmel durch KI entfernt). Datum des Abrufs: 5. Januar 2026, 17:00 UTC.
[3] vgl.: agaspar: Farol da Ponta da Piedade. 23. 09. 2016. Updated: 23. 05. 2017. aus: entdecken-sie-algarve.com. URL: https://entdecken-sie-algarve.com/land-leute/farol-da-ponta-da-piedade/ . Datum des Abrufs: 5. Januar 2026, 17:21 UTC.