Letzte Änderung 6. Dezember 2025
Die Fortaleza de Sagres [deutsch: Festung von Sagres] ist ein Ort, an dem Geschichte und Natur aufeinandertreffen. Die im 15. Jahrhundert unter Heinrich dem Seefahrer errichtete Festung diente als strategischer Stützpunkt für die portugiesische Seefahrt. Die Festung schützte die Küste vor Angriffen und galt als Symbol für die maritime Expansion des Landes. Heute ist sie ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein beliebtes Ausflugsziel. Ein modernes Besucherzentrum informiert über die Geschichte der Festung, die Entdeckungsreisen und die Rolle Heinrichs des Seefahrers. Historische Karten und interaktive Elemente ergänzen die Ausstellung.
Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der historischen Bedeutung, sondern auch wegen der spektakulären Ausblicke auf die Küste.
Eingangstor und Festungsmauern
Die mächtigen Mauern stammen aus dem 16. Jahrhundert und wurden nach Piratenangriffen verstärkt. Das Eingangstor ist schlicht, aber imposant und führt in den weitläufigen Innenhof der Festung.
Entlang der Mauern sind historische Kanonen aufgestellt, die die militärische Funktion der Festung verdeutlichen. Von hier aus bietet sich ein beeindruckender Blick auf die Steilküste.
Eine Stele portugiesischer Entdeckungen
Im Eingangsbereich wurde im Jahr 2006 ein Padrão zur Erinnerung an die portugiesischen Entdeckungen aufgestellt. Die etwa drei Meter hohen Stelen wurden von portugiesischen Seefahrern während ihrer Entdeckungsreisen errichtet. Sie dienten als dauerhafte Markierung der Inbesitznahme im Namen der portugiesischen Krone und waren zugleich Landmarke und Zeichen des Christentums.
Als Vorbilder dienten vermutlich die ersten irischen Hochkreuze aus dem 7. Jahrhundert, die als Zeichen für die Missionierung einer entdeckten Region dienten. Die portugiesischen Padrões bestanden aus Sockel, Schaft, Kreuzring und Abschlussstein, waren meist aus Sandstein gefertigt und aus einem einzigen Block herausgemeißelt..
Unserer Lieben Frau von der Gnade
Die Igreja de Nossa Senhora da Graça [deutsch: Kirche Unserer Lieben Frau von der Gnade] wurde zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert auf den Fundamenten einer älteren Kirche, die Santa Maria geweiht war, errichtet. Ihren Bau hatte Heinrich der Seefahrer in Auftrag gegeben. Das Gebäude ist bemerkenswert für sein Portal im Renaissancestil, das möglicherweise später hinzugefügt wurde. Nach dem Erdbeben von 1755 wurde die Kirche neu errichtet.
Der Hauptaltar verfügt über ein hölzernes Altarbild sowie drei Grabsteine, die von zwei Statuen flankiert werden: einer Statue des heiligen Vinzenz aus dem 17. Jahrhundert, die ein Schiff hält, und einer weiteren des heiligen Franziskus.
Aussichtspunkte und Klippen
Die Lage auf einer Klippe macht die Fortaleza zu einem idealen Ort für Panoramablicke über den Atlantik und das nahe Cabo de São Vicente.
Alte Lager- und Wohngebäude
In der Anlage finden sich Überreste von Gebäuden, die einst als Lager für Vorräte und als Unterkünfte für Soldaten dienten. Diese einfachen Strukturen geben Einblick in das Leben innerhalb der Festung.
Das Pulvermagazin
Das ehemalige Pulvermagazin ist ein weiteres wichtiges Element der Verteidigungsarchitektur. Es wurde so angelegt, dass es im Falle einer Explosion die übrigen Gebäude nicht beschädigte.
Der Leuchtturm Ponta de Sagres
Der 13 Meter hohe Farol da Ponta de Sagres wurde 1960 an einem Standort errichtet, an dem bereits im 19. Jahrhundert ein Leuchtfeuer existierte.
Das Licht befindet sich auf einer Höhe von etwa 53 Metern über dem Meeresspiegel und sendet alle fünf Sekunden einen roten Blitz aus. Seit 1979 ist der Turm automatisiert und wird vom Cabo de São Vicente aus überwacht. Er dient als bedeutendes Navigationsmerkmal und Orientierungspunkt für die Schifffahrt.
Die Stimme des Meeres
Die Stimme des Meeres [portugiesisch: A voz do Mar] ist eine Klangkammer, die in einer geologischen Verwerfung errichtet und durch die Gezeiten aktiviert wird. Sie besteht aus vier konzentrischen Ringen, die ein Labyrinth bilden.
Der innere Kreis ist der Resonanzraum. Ein Loch im Boden ist direkt mit dem Ozean verbunden und lässt das Rauschen der Wellen hören – die metaphorische „Stimme des Meeres“. Die Installation verschmilzt mit der Landschaft und bietet den Besuchern beim Verlassen einen weiten Blick über den Atlantik. Sie wurde 2010 nach einem Entwurf von Pancho Guedes realisiert und später von Atelier Ressano Garcia Arquitectos saniert.
A Voz do Mar - Die Stimme des Meeres