Die Reichen verlassen das sinkende New York

In früheren Zeiten hausten die Ratten im untersten Bereich des Schiffes. Sie waren die ersten, die mitbekamen, wenn Wasser durch ein Leck eindrang. Sobald ihre Nester überspült wurden, flohen sie nach oben. Wer Ratten an Deck sah, war gut beraten, sich nach einem Rettungsboot umzuschauen.

Und so flohen die Reichen im März aus New York, als der Coronavirus die Stadt erreicht hatte, und zogen sich zurück auf ihre Landsitze. Wie die New York Times in einem Zeitungsartikel feststellte, packten 420.000 New Yorker, etwa fünf Prozent der Bevölkerung, zwischen Anfang März und Anfang Mai ihre Koffer und türmten. In den Stadtteilen der besser Betuchten wurde weniger mit Smartphones telefoniert und weniger Müll produziert.

Prozent der Einwohner,
die zu Hause blieben
(nach der Einkommensgruppe ihres Volkszählungsgebietes)

Wer es sich leisten konnte, mietete eine Yacht und nahm die Hausangestellten mit, wie die FAZ in einem Zeitungsartikel schreibt. Es wäre ja viel zu gefährlich, wenn die Köchin sich auf dem Weg zur Arbeit in einem Bus anstecken würde. Wer noch mehr Geld hatte, richtete private Intensivstationen mit Beatmungsgeräten ein und erweiterte sein Personal um Ärzte und Pflegekräfte. Besonders nachgefragte Rückzugsorte waren Inseln, natürlich in Privatbesitz, versteht sich.

Durch die Flucht der Wohlhabenden kommt der Immobilienmarkt in New York zum Erliegen, während sich die Preise für Villen mit Swimmingpools in den grünen Vorstädten überschlagen. In der Folge fehlen der Stadt NYC die finanziellen Mittel, um die Krise zu bewältigen.

Wie sich die Superreichen auf zukünftige Krisen vorbereiten, kann man in einem Bericht der Zeitschrift New Yorker nachlesen. Aufschlussreich ist auch ein Blick auf die Landkarte, um zu sehen, wo Milliardäre große Ländereien kaufen. Was wissen sie, was wir noch nicht wissen?