Die Heilige Corona

Der 14. Mai ist der Gedenktag der Heiligen Corona (* um 160 in Ägypten oder Syrien; † 177), die der Legende nach eine frühe christliche  Märtyrin war. Sie gilt als Patronin des Geldes, der Schatzgräber, Holzfäller und Fleischer und soll auch zum Schutz gegen (Tier-)Seuchen angerufen worden sein.

Im Jahr 165, also zu Lebzeiten der Heiligen Corona, brach im römischen Reich die Antoninische Pest aus, die den Untergang des Imperiums einleitete. Da die Christen sich weigerten, den römischen Göttern und Kaisern zu opfern, gab man ihnen die Schuld an der Seuche. Viele von ihnen wurden in jener Zeit hingerichtet und starben einen qualvollen Märtyrer-Tod. Zugleich waren die Christen die einzigen, die den Kranken und Genesenden halfen. So stieg ihr Ansehen in der Bevölkerung und sie fanden zunehmend neue Anhänger. Die neuen Strukturen der christlichen Kirche überstanden die Krise in vielen Regionen besser als die staatlichen Verwaltungen. Und so wurde ein Virus zum Wegbereiter einer neuen Weltreligion und gesellschaftlichen Ordnung.

St. Corona am Wechsel
(im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich)

Die Verehrung der Heiligen Corona in Bayern, Böhmen und Niederösterreich ist seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. In Bayern gibt es mehrere Kapellen und Kirchen, die ihr gewidmet sind: u.a. in Passau, Arget, Staudach und Handlab.

Aus St Corona am Wechsel ist dieses Wallfahrtslied überliefert:

Corona hocherhoben aus diesem Erdental,
zur ew´gen Glorie droben, im hehren Himmelssaal.
Für Gott hast du gestritten mit Mut und heil´ger Freud,
für Gott hast du gelitten viel Widerwärtigkeit.
Corona!

Auf Gott allein vertrauet hast du in jeder Not
und demutsvoll geschauet auf Jesu Kreuz und Tod.
Nun strahlst du auf dem Throne in der Verklärung Glanz,
nun schmücket dich zum Lohne des Himmels Lorbeerkranz.
Corona!

Dein Herz wollst du auch lenken zu uns den Kindern dein,
wollst unser stets gedenken, uns Hort und Zuflucht sein.
Hilf Stärke uns erlangen in diesem Erdenstreit.
dass einst auch wir empfangen des Himmels Seligkeit.
Corona!

(nach der Melodie „Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit“)

Ihre Reliquien wurden 997 unter Kaiser Otto III von Otricoli bei Terni nach Aachen überführt: