Die Achse des Lichts

Die Apollon – St. Michael Achse

Seit Dezember 2017 hatte ich (siehe Curriculum Vitae) einige bemerkenswerte Begegnungen und Erlebnisse, die mich auf die Spur des Erzengel Michael brachten. Schließlich entzündete sich mein T-Shirt an einem Opferkerzenstock bei einem Besuch der Kapelle auf dem Michaelsberg in der Nähe von Bruchsal. Obwohl sich die Flammen durch zwei Hemden brannten, blieb ich wie durch ein Wunder unverletzt. Bis auf eine Spur von Ruß und eine kaum zu sehende Hautrötung, blieb mein Rücken unversehrt.

Die Kette von Ereignissen führte mich schließlich zu der folgenden Karte:

Ein heiliger Schauer durchlief mich, als ich sie das erste Mal erblickte und der Entschluss, über die darin verzeichnete Achse zu reisen, durchdrang mich wie ein heller Blitz.

Die Wiederentdeckung jener Achse in der Neuzeit geht zurück auf die französischen Brüder Jean und Julien Richer. Ende der 50-er Jahre reiste Jean Richer, ein französischer Professor für Literatur mit einem großen Interesse an Symbolik, nach Delphi. Er fragte sich, ob es eine Beziehung zwischen Delphi, dem wichtigsten Heiligtum des Apollon, Delos, seinem Geburtsort, und der Göttin Athene gäbe, die so prominent in Delphi vertreten war. 

In Athen angekommen, hatte er einen Traum: Eine Statue des Apollon, die vor ihm stand und ihm den Rücken zukehrte, drehte sich langsam um 180 Grad, bis sie ihn ansah. Als er davon aufwachte, fand er eine Landkarte und zeichnete eine gerade Linie durch Delphi, Athen und Delos. Seine Frage war damit für ihn beantwortet. 1967 veröffentlichte er diese und weitere Entdeckungen in einem Buch. 1994 wurde es unter dem Titel Sacred Geography of the Ancient Greeks ins Englische übersetzt.

Zehn Jahre später entdeckte sein Bruder, Julien Richer, dass auf einer Verlängerung der Delphi-Athen-Delos-Linie in beide Richtungen weitere bedeutsame Kultstätten zu finden waren (siehe: Richer, Julien: L’Axe‘ de Saint Michel e d’Apollon, 1977, in: Atlantis, 50e année, no 293, mai-juin).

In West-Europa wurden auf dieser Linie Kirchen und Klöster gebaut, die dem heiligen Erzengel Michael gewidmet sind. In Griechenland waren Tempel des Gottes Apollon von Korfu bis nach Rhodos darauf errichtet worden. Die 4000 Kilometer lange Linie verläuft von Skellig Michael, einer kleinen Felseninsel vor der Westküste Irlands, bis zum Mount Carmel in Israel.

Die Gebrüder Richer nannten sie Die Apollon – St. Michael Achse. Aus christlicher Sicht wurden die Heiligtümer des Apollon ausgeblendet und die Linie wurde reduziert auf Das Schwert des Michael. Nachdem ich erfahren hatte, dass weitere Kulturen, wie das Judentum mit der Verehrung des Propheten Elijah oder der Mithraismus im Römischen Reich, ihre Spuren auf dieser Linie hinterlassen hatten, habe ich ihr den Namen Die Achse des Lichts gegeben. Ebenso wie Jean Richer bin ich am Ende durch einen Traum darauf geführt worden, auch wenn es nicht mein eigener war.

Der Kurs der Seele

Die Achse, welche die Heiligtümer miteinander verbindet, hat einige bemerkenswerte Eigenschaften. Nur in einer Mercator-Karte erweist sie sich als gerade Linie. Auf dem Globus verläuft sie in einer Spirale von Pol zu Pol.

Es ist eine Loxodrome ( von griechisch λοξός loxós: schief, schräg) auch Schiefläufige oder Rhumb Line genannt, ein Navigationskurs mit einem konstantem Winkel gegen Nord. Loxodrome waren bereits in der Antike bekannt. Man nutzte sie zum Navigieren in der Seefahrt, aber auch bei langen Fußmärschen über Land. Beim Segeln spielen sie auch heute noch eine Rolle.

Der spezielle Kurs über die Achse des Lichts basiert auf einem Winkel, der besonders einfach herstellt werden kann, einem Winkel von 60 Grad, der sich aus der Konstruktion eines gleichseitigen Dreiecks ergibt:

Gleichseitiges Dreieck Quelle

Doch die so beschriebene Linie hat noch eine weitere bemerkenswerte Eigenschaft.  Von jedem Ort auf dieser Linie kann man den weiteren Verlauf der Linie bestimmen, wenn man am Tag der Sommersonnenwende in die Richtung des Sonnenuntergangs und am Tag der Wintersonnenwende in die Richtung des Sonnenaufgangs blickt:

Quelle: sonnenverlauf.de

Der durch die Linie vorgegebene Kurs spielte möglicherweise auch eine wichtige Rolle in der platonischen Lehre von der Reise der Seele (siehe S. 54) durch den Kosmos. Als ursprüngliche Heimat der Seele wurde der Fixstern-Himmel angenommen. Auf ihrem Weg zur Erde trat sie aus einem Tor, das sich am höchsten nördlichen Punkt der Ekliptik, der Sommersonnenwende, befand. Bevor die Seele ihren Rückweg antreten konnte, hatte sie sich in ihrer Verkörperung auf der Erde zu bewähren. Das Tor, das zurück in den Sternenhimmel führte, befand sich am südlichsten Punkt der Ekliptik, der Wintersonnenwende.

Die Achse des Lichts ist in diesem Sinne der Kurs der Seele, über den sie mit der Geburt ihres Leibes auf der Erde landet und nach seinem Tode wieder in den Himmel aufsteigt.

David Crosby mit Stills, Nash und Young: Compass
(am 12. April 1988 in der Oakland Coliseum Arena)

Wie ein Kompass, der nach Norden sucht,
lebt in mir ein stiller, sicherer Seelenanteil.
Wolken des Zweifels werden zerschnitten
durch den Blitz und durch den Donner,
leuchtend aus dem Kompass meines Herzens, leuchtend aus meinem Herzen.

David Crosby (Übersetzung: Rolf Krane)

Die Aktualität von Michael und Apollon

Michael und Apollon sind geistige Wesenheiten, die ihre Kraft dem Leben gewidmet haben. Sie sind bedingungslose Schützer des Lebens und des Überlebens. Wenn wir von Kräften angegriffen werden, die unser Leben bedrohen, stehen sie uns zur Seite, sofern wir sie darum bitten. Wenn etwas in unseren Körper, unser Gefühl oder in unseren Geist eingedrungen ist, das nicht zu uns gehört und unsere Integrität zu zerstören sucht, helfen sie uns, das von uns Besitznehmende in göttliches Licht zu transformieren, zu integrieren oder aus unserem Feld zu lösen. Das Flammenschwert des Michael und der Pfeil des Apollon sind Symbole für die Strahlen dieses göttlichen Lichtes. Wenn das mit uns geschieht, dann können wir eine Licht in uns wahrnehmen oder eine Wärme in unserem Körper spüren. Wir wissen dann: „Das Flammenschwert des Michael oder der Pfeil des Apollon hat uns durchdrungen!“

In der Offenbarung 12 schützt der Erzengel Michael (Wer ist wie Gott?!) eine Gebärende und ihr Kind, die von einem Drachen namens Satan angegriffen werden, der beide töten will, und sichert so ihr Überleben.

In der griechischen Mythologie verfolgt und tötet Apollon, griechischer Gott des Lichts, im Alter von vier Tagen den weiblichen Drachen Python, der vergeblich von der eifersüchtigen Hera darauf angesetzt war, ihn und seine Zwillingsschwester Artemis sowie ihre Mutter Leto, noch vor der Niederkunft zu töten.

Heute treten erneut geistige Wesenheiten in Erscheinung, die in gleicher Weise wie Michael und Apollon für das Leben kämpfen. Zunächst erschienen sie als junge weibliche Heldinnen in Film-Mythen:

  • Die historische Jeanne d’Arc in wiederholten Neuverfilmungen
  • Alita – Battle Angel, in einem Film von James Cameron
  • Rey, die erste weibliche Jedi-Ritterin, in der Star Wars Saga
Luc Besson: Johanna von Orleans (1999)

Jeanne d’Arc war u.a. auch der Erzengel Michael erschienen:

Szenenbild aus: Johanna von Orleans (Luc Bessson, 1999)
Bruno Dumont: Jeannette, die Kindheit der Jeanne d’Arc (2017)
Bruno Dumant: Jeanne d’Arc (2020)
James Cameron: Alita – Battle Angel
(Februar 2019)
Star Wars Episode 9: Rey
(Trailer April 2019)

Schließlich trat Greta Thunberg (geb. 3. Januar 2003) im jugendlichen Alter von 15 Jahren in die Weltöffentlichkeit. Mit ihrem Handeln und ihren Reden, die in ihrer Schärfe und Klarheit dem Schwert des Michael und den Pfeilen des Apollon entsprechen, löste sie eine Jugend-Bewegung aus, die gerade erst begonnen hat.

Greta Thunberg (Stockholm, Schweden)
(vor den Vereinten Nationen am 23. September 2019)

Stellvertretend für die zahlreichen jungen AktivistInnen, die aus dem gleichen Geist wie Greta Thunberg sprechen und handeln, seien hier vorgestellt:

  • Natasha Mwansa (Sambia), geb. 3. Mai 2001
  • Autumn Peltier ( Anishinabek Nation,Kanada), geb. 27. September 2004
  • Melati and Isabel Wijsen (Bali, Indonesien), geb. 2000 und 2002
  • Emma Gonzales (Florida, USA), geb. 11. November 1999
Natasha Mwansa (Sambia)
(auf der Women Deliver Conference am 3. Juni 2019)
Autumn Peltier
(Anishinabek Nation Chief Water Commissioner, Kanada)
Melati and Isabel Wijsen (Bali, Indonesien)
Bye Bye Plastic Bags
Emma Gonzales (Florida, USA)
(auf dem March For Our Lives
am 24. März 2018 in Washington D.C.

Genau hier, genau jetzt, ziehen wir die Grenze.
Die Welt erwacht.
Und die Veränderung kommt,
ob es euch gefällt oder nicht.

Greta Thunberg (Übersetzung: Rolf Krane)

Engel – Die Kosmische Intelligenz

Rupert Sheldrake und Matthew Fox schreiben am Ende Ihres Dialoges aus dem Jahr 1996, den sie in ihrem Buch Engel. Die kosmische Intelligenz veröffentlicht haben:

Fox: Der Kampf um Gerechtigkeit ist also ein Weg, der unser Herz öffnet und die Engel eintreten lässt. Dieser Kampf, ganz sicher auch der um ökologische Zukunft, wird noch zu unseren Lebzeiten sehr viel heftiger werden. Und es ist nötig, dass wir diese Kämpfe als echte Rituale begreifen. Und an guten und echten Ritualen nehmen die Engel teil.

Sheldrake: Das sind aufregende Aussichten: Der Kampf um Gerechtigkeit und um ein neues Verhältnis zu unserer Umwelt findet im Bunde mit den Engeln und mir ihrer Hilfe statt. Das gibt ihm eine größere Dimension. Das ist ein stark Kraft spendender Gedanke, weil wir sonst nur als eine Hand voll Menschen erscheinen, die gegen gewaltige etablierte Interessen und wirtschaftliche und politische Mächte kämpfen. Wir werden alle Hilfe brauchen, die wir bekommen können.“ (S. 299)

Meine Heilreise über die Achse des Lichts

Was können wir heute für unseren Kampf um das Überleben der Menschheit vom Erzengel Michael und vom griechischen Gott Apollon lernen? Und wie können uns diese und verwandte geistige Wesenheiten in unserem Überlebenskampf unterstützen? Mit diesen Fragen startete ich im Herbst 2019 eine Reise in drei Etappen über die Achse des Lichts:

  • Erste Etappe: Von Skellig Michael bis Le Mans (Irland, England und Frankreich)
  • Zweite Etappe: Von Piemont bis nach Rhodos (Italien und Griechenland)
  • Dritte Etappe: Mount Carmel (Israel)

Die Stationen meiner Reise in einer Karte von GoogleMaps:

Videos zu den Stationen meiner Reise in einem Youtube-Kanal:

Überwiegend reise ich mit der Bahn und mit Fähren. Ich bemühe mich darum, Flüge zu vermeiden (bisher nur drei Flüge). Busse, Taxis und Mietwagen vor Ort nehme ich nur in Ausnahmefällen. Im Schnitt habe ich auf den ersten beiden Etappen täglich 8,5 Kilometer zu Fuss zurückgelegt.

Erste Etappe – August 2019

Skellig Michael
St Michael’s Mount
Mont Saint Michel
La Tour de Saint Michel – Le Mans

Zweite Etappe – Oktober 2019

Sacra di San Michele
San Michele Arcangelo – Perugia
Basilica Santuario San Michele – Turm
Monte Sant’Angelo – Sonnenaufgang
Basilica Santuario San Michele – Grotte
Monte Sant’Angelo
Kardaki Tempel – Korfu
Heraeum mit Apollon-Funden – Korfu
Apollon Tempel in Delphi
Telesterion in Eleusis
(Demeter Einweihungstempel)
Heilige Straße in Eleusis
(endet im Telesterion)
Eleusinion (zerstört, vorne links)
Heilige Straße Agora Athen
Heilige Straße und Heiliges Tor
(zerstört, links vorne)
Eridanos Flusstor (rechts vorne)
Kerameikos Athen
Blick stadtauswärts
Heilige Straße (links vorne)
Kerameikos Athen
Blick stadteinwärts
Apollon Brunnenorakel
Kerameikos Athen
(Brunnenschacht unter dem Holzbrett)
Tempel des Apollon Patroos
(zerstört, rechts vorne)
Agora Athen
Tempel des Hephaistos
(im Hintergrund)
Delos
Apollon Tempel in Delos
(Fundament in Bildmitte)
Panormitis – Symi
Kloster des Erzengel Michael
Roukouniotis – Symi
Kloster des Erzengel Michael
Tempel des Pythischen Apollon
Akropolis von Rhodos
Apollon Tempel
Ancient Kameiros Rhodos
Thari Moni – Rhodos
Kloster des Erzengel Michael
Grotte des Erzengel Michael
Rhodos

Dritte Etappe

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