Eleven Madison Park

Das Eleven Madison Park in New York, das höchstpositionierte Restaurant der USA mit drei Michelin-Sternen, verzichtet mit der Wiederöffnung nach der Corona-Pause am 10. Juni 2021 zukünftig auf Fleisch und setzt auf ein pflanzliches Menü. Daniel Humm, der Chefkoch und Miteigentümer des Restaurants, gilt als einer der besten Köche New Yorks und ist die treibende Kraft hinter dieser Entscheidung.

«Es war klar, dass wir nach allem, was wir alle im vergangenen Jahr erlebt haben, nicht dasselbe Restaurant eröffnen konnten.»

Daniel Humm (zitiert nach: elevenmadisonpark.com, 5. mai 2021)
Eleven Madison Park, New York City
(Quelle: Wikimedia Commons)

«In diesem Sinne freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir die Entscheidung getroffen haben, ein pflanzliches Menü zu servieren, in dem wir keine tierischen Produkte verwenden – jedes Gericht wird aus Gemüse, sowohl aus der Erde als auch aus dem Meer, sowie aus Früchten, Hülsenfrüchten, Pilzen, Getreide und vielem mehr hergestellt.»

DANIEL HUMM (ZITIERT NACH: ELEVENMADISONPARK.COM, 5. MAI 2021)

Der Turm stürzt ein

Man muss nicht Das Kapital (Band I.) von Karl Marx gelesen, seine Mehrwert-Theorie und ihr Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate studiert haben, um zu begreifen, dass es regelmäßig zu Kursstürzen an der Börse kommen muss. Dafür reicht ein Blick in die Vergangenheit.

Von Warren Buffet, dem US-amerikanischen Großinvestor und viertreichsten Menschen der Welt, stammt ein Indikator, der immer mehr Alarm schlägt: der Buffet-Indikator. Er teilt die gesamte Marktkapitalisierung der US-Aktien durch den Gesamtwert des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts. Bereits 2019 überschritt er seinen vorherigen Höchststand während der Internet-Blase im Jahr 2001.

»Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.«

Alanis Obomsawin, 1972 (zitiert nach: Wikipedia)

Land in Sicht

Ton Steine ScherbenLand in Sicht

1974 entfloh die Band Ton Stein Scherben mit ihrem kongenialen Sänger und Songschreiber Rio Reiser aus Berlin und zog um auf einen Bauernhof in Fresenhagen (Ostfriesland). Einerseits entzogen sie sich damit dem Erwartungsdruck, (umsonst) auf politischen Veranstaltungen in Berlin aufzutreten, andererseits begriffen sie sich als Teil einer neuen alternativen Bewegung, die ihre Zukunft in einem Leben auf dem Lande sah. Das war zwar für die damalige Zeit visionär, aber scheiterte oft an den beschränkten Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der Städte. Wer nicht gerade Landwirt oder Handwerker war oder werden wollte, für den gab es auf dem Lande wenig zu verdienen.

Die fortschreitende Digitalisierung wird diese Einschränkung aufheben, wo immer ein schnelles Internet verfügbar ist. Schon jetzt kann man beobachten, dass sich immer mehr junge Familien und Startups im Umfeld der Großstädte ansiedeln. Der Wohnraum in den Zentren ist für sie unerschwinglich geworden (vgl. Business Insider, 2. Februar 2020). Und wer nur einige Tage auf einem Bauernhof abseits der Städte zu Besuch war, weiß die Lebensqualität dort zu schätzen: die frische Luft, die heilsame Ruhe, die Weite auf dem flachen Land und die dunkle Nacht mit ihrem strahlenden Sternenhimmel.

Gerald Swarat, Historiker, Germanist und Co-Autor des Buches Smartes Land – von der Smart City zur Digitalen Region propagiert das Thema Digitale Dörfer. Mit seiner Familie lebt er in Spandau, nicht gerade ein Dorf auf dem Lande, aber immerhin ein kleinstädtischer Berliner Bezirk am westlichen Rande der Metropole. In einem Podcast der Reihe Der Achte Tag mit dem Titel Die Zukunft wird in den Dörfern gemacht (12. 2. 2021) spricht er über seine Erfahrungen und Visionen zu diesem Thema.