Archiv der Kategorie: Fotografie

»Bösartige Hunde«

Birmingham, Alabama, 3. Mai 1963
Foto: Bill Hudson, AP

Im Frühjahr 1963 gingen schwarze Studenten mehrere Tage lang auf die Strasse. Sie waren einem Aufruf Martin Luther Kings gefolgt, um gegen die Rassentrennung zu demonstrieren und die Ziele der Bürgerrechtsbewegung zu verbreiten. Weiße Polizeibeamte ließen ihre Hunde auf die friedlichen Demonstranten los, von denen drei durch Bisswunden so schwer verletzt wurden, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Am 3. Mai 1963 wurde der damalige High-School Schüler Walter Gadsden von einem Polizeihund in den Bauch gebissen.

Dog Boy Officer sculpture, Kelly Ingram Park, Birmingham
Foto : Alan Spears, NPCA

Kurz vor dem Ende seiner ersten Amtszeit im Jahr 2013 erklärte Präsident Barack Obama einige Schlüsselorte der Bürgerrechtsbewegung in Alabama zu Nationalen Monumenten. Das Birmingham Civil Rights National Monument schützt u.a.

Alabama ist eine Komposition von John Coltrane, die als Reaktion auf den Bombenanschlag erfolgte, bei dem vier afroamerikanische Mädchen getötet wurden. Das folgende Aufnahme ist geprägt von der Trauer und Wut, die das schwarze Amerika in jenen Tagen durchlebte.

Alabama – John Coltrane
Fernsehaufzeichnung vom 7. Dezember 1963
(Erstmals erschienen auf dem Album Live at Birdland  vom 8. Oktober 1963)

Und so, meine Freunde, sind sie nicht umsonst gestorben. Gott hat immer noch einen Weg, dem Bösen das Gute abzugewinnen. Und die Geschichte hat immer und immer wieder bewiesen, dass unverdientes Leiden erlösend ist. Das unschuldige Blut dieser kleinen Mädchen kann durchaus als erlösende Kraft dienen, die neues Licht in diese dunkle Stadt bringen wird.

Martin Luther King, Jr. (auf der Trauerfeier am 18 September 1963 in Birmingham)
Alabama – Brooklyn Raga Massive (2015)

Die Reichen verlassen das sinkende New York

In früheren Zeiten hausten die Ratten im untersten Bereich des Schiffes. Sie waren die ersten, die mitbekamen, wenn Wasser durch ein Leck eindrang. Sobald ihre Nester überspült wurden, flohen sie nach oben. Wer Ratten an Deck sah, war gut beraten, sich nach einem Rettungsboot umzuschauen.

Und so flohen die Reichen im März aus New York, als der Coronavirus die Stadt erreicht hatte, und zogen sich zurück auf ihre Landsitze. Wie die New York Times in einem Zeitungsartikel feststellte, packten 420.000 New Yorker, etwa fünf Prozent der Bevölkerung, zwischen Anfang März und Anfang Mai ihre Koffer und türmten. In den Stadtteilen der besser Betuchten wurde weniger mit Smartphones telefoniert und weniger Müll produziert.

Prozent der Einwohner,
die zu Hause blieben
(nach der Einkommensgruppe ihres Volkszählungsgebietes)

Wer es sich leisten konnte, mietete eine Yacht und nahm die Hausangestellten mit, wie die FAZ in einem Zeitungsartikel schreibt. Es wäre ja viel zu gefährlich, wenn die Köchin sich auf dem Weg zur Arbeit in einem Bus anstecken würde. Wer noch mehr Geld hatte, richtete private Intensivstationen mit Beatmungsgeräten ein und erweiterte sein Personal um Ärzte und Pflegekräfte. Besonders nachgefragte Rückzugsorte waren Inseln, natürlich in Privatbesitz, versteht sich.

Durch die Flucht der Wohlhabenden kommt der Immobilienmarkt in New York zum Erliegen, während sich die Preise für Villen mit Swimmingpools in den grünen Vorstädten überschlagen. In der Folge fehlen der Stadt NYC die finanziellen Mittel, um die Krise zu bewältigen.

The Rich Killed New York City

Wie sich die Superreichen auf zukünftige Krisen vorbereiten, kann man in einem Bericht der Zeitschrift New Yorker nachlesen. Aufschlussreich ist auch ein Blick auf die Landkarte, um zu sehen, wo Milliardäre große Ländereien kaufen. Was wissen sie, was wir noch nicht wissen?