Alle Beiträge von Rolf Krane

Die Maus wird 50

Mark Foster – Ich frag die Maus
Der Song zum 50. Geburtstag der Maus
Stefan Raab – Hier kommt die Maus
Der Song zum 25. Geburtstag der Maus
Lach- und Sachgeschichten
Erstausstrahlung: 7. März 1971

Leuchte, du verrückter Diamant!

David Gilmour, Gitarrist, Sänger und Songwriter der britischen Rockgruppe Pink Floyd wird heute 75 Jahre alt.

David Gilmour (74)
mit Tochter Romany Gilmour:
Yes, I Have Ghosts
(Lyrics von Ehefrau Polly Samson)
aus: Trapped Family Playlist
Hydra, Griechenland, Juli 2020

Am 20. Juni 2019 ließ David Gilmour über das Auktionshaus Christie’s in New York mehr als 120 seiner Gitarren versteigern, die man in einem virtuellen Rundgang besichtigen kann. Dazu zählte auch die legendäre Black Strat, die allein fast 4 Millionen Dollar einbrachte. Den Gesamterlös von 21 Millionen Dollar spendete Gilmour an die Organisation ClientEarth (vgl. gitarrebass.de).

»Die globale Klimakrise ist die größte Herausforderung, der sich die Menschheit jemals stellen wird, […] und wir sind nur noch wenige Jahre davon entfernt, dass die Auswirkungen unumkehrbar sind.«

David Gilmour

In einer Leserumfrage von delamar, eines Fachmagazins für Musikers aus Darmstadt, landete David Gilmour im Mai 2019 nach Jimmy Hendrix auf Platz 2 der beliebtesten Gitarristen.

David Gilmour (70):
Shine On You Crazy Diamond
(Lyrics Roger Waters)
aus: Live At Pompeii
Pompeji, Juli 2016

Anfang 1968 stieg Gilmour als zweiter Gitarrist bei Pink Floyd ein und ergänzte zunächst den Gitarristen Syd Barrett, der die Band 1965 in Cambridge gründete und mit seinem ausdrucksstarken Gitarrenspiel und seinen fantasievollen Kompositionen den psychodelischen und futuristischen Stil der Gruppe bestimmte (z.B. See Emily Play von 1967). Nachdem Barrett psychisch schwer erkrankte und die Band im April 1968 verlassen musste, war es vor allem Gilmour, der mit seiner melodischen Spielweise und seinem präzisen Einsatz von Effekten den Sound von Pink Floyd prägte.

Leuchte, du verrückter Diamant

Erinnerst du dich daran als du jung warst?
Du hast gestrahlt wie die Sonne
Leuchte, du verrückter Diamant!
Jetzt ist da ein Blick in deinen Augen
Wie schwarze Löcher im Himmel
Leuchte, du verrückter Diamant!

Du warst gefangen im Kreuzfeuer von Kindheit und Ruhm
Von der stählernen Brise getrieben
Komm schon, du Ziel für fernes Gelächter
Komm schon, du Fremder, du Legende, du Märtyrer, und leuchte

Du hast zu früh nach dem Geheimnis gestrebt
Du hast den Mond beschworen
Leuchte, du verrückter Diamant!
Bedroht von Schatten in der Nacht
Und bloßgestellt im Licht
Leuchte, du verrückter Diamant!

Du hast dein Glück überstrapaziert mit zufälliger Präzision
Bist auf der stählernen Brise geritten
Komm schon du Schwärmer, du Visionär
Komm schon du Maler, du Spielmann, du Häftling, und glänze!

(Shine On You Crazy Diamond - Übersetzung Rolf Krane)
David Gilmour (60)
mit David Crosby & Graham Nash:
On An Island
(Lyrics Polly Samson)
aus: Remember That Night
Royal Albert Hall, London, Mai 2006
Let the night surround you
We're half way to the stars
Ebb and flow
Let it go
Feel the warmth beside you

(Chorus: On An Island - Lyrics © Polly Samson)
David Gilmour (50):
Wish you were here (unplugged)
(Lyrics Roger Waters)
aus: The Meltdown Concert
 Royal Festival Hall, London, Juni 2001

Mit dem Bügeleisen durchs Weltall

In Deutschland wurde der mRNA-Impfstoff entwickelt. Die USA machen daraus eine Erfolgsgeschichte für ihre Nation.

Raumpatrouille Orion
Episode 1 – Angriff aus dem All
Erstsendung: 17. September 1966

In Deutschland wurde die erste Fernsehserie über die phantastischen Abenteuer eines Raumschiffes und seiner Besatzung entwickelt: Raumpatrouille Orion. Der Erfinder der Serie, Rolf Honold, legte das Konzept bereits 1962 bei der Bavaria vor.

Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein.
Hier ist ein Märchen von übermorgen: Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen  Raumschiffe unser Milchstraßensystem. Eins dieser Raumschiffe ist die  ORION. Winziger Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen aus dem All schützt. Begleiten wir die ORION und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit...
(Vorspann: Raumpatrouille)

Erst im darauffolgenden Jahr 1963 soll Gene Roddenberry sein Konzept für Star Trek der Produktionsforma Metro-Goldwyn-Mayer vorgestellt haben (vgl. Orionspace.de).

Star Trek – Anfang der ersten Episode
Erstsendung: 8. September 1966
Der Weltraum: die letzte, größte Herausforderung. Dies sind die Reisen des Raumschiffs Enterprise. Seine fünfjährige Mission: fremde neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen zu suchen, mutig dorthin zu gehen, wo noch niemand zuvor gewesen ist.
(Original-Vorspann: Star Trek)

In beiden Serien gibt es keine Nationalstaaten mehr. Die Besatzungen sind international. Sie ernähren sich mithilfe von Essens-Replikatoren, trinken gerne Alkohol, tragen hypermoderne Kleidung, fliegen ohne sich anzuschnallen und bekämpfen ihre Gegner mit Energiestrahlen aus Handfeuerwaffen.  Beide Kommandanten, Major Cliff Allister McLane und Captain James T. Kirk, sind Herzensbrecher und Querköpfe, die sich gelegentlich über die Befehle ihrer Vorgesetzten hinwegsetzen.

Hat Roddenberry von Honold abgeschrieben oder waren die 60er Jahre reif für derartige Serien?

Jedenfalls wurden beide Serien etwa zeitgleich produziert und ausgestrahlt. Der Dreh des ersten (nicht vorab ausgestrahlten) Pilotfilms von Star Trek startete am 12. Dezember 1964. Drei Monate später, am 15. März 1965, begannen die Dreharbeiten für die Besatzung der Orion VII. Am 8. September 1966 lief Star Trek im U.S.-amerikanischen Fernsehen an und nur neun Tage später, am 17. September, flog die Orion erstmals über deutsche Bildschirm. Bis zum Ende der Serie im Herbst 1966 wurde jede Episode von etwa der Hälfte aller deutschen Fernsehzuschauer gesehen, eine nationale Erfolgsgeschichte.

Hasso am Leitstand mit Bügeleisen

Während die Raumpatrouille der 60er Jahre nach sieben Episoden eingestellt wurde, entwickelten die Amerikaner aus Star Trek eine dauerhafte internationale Erfolgsserie.

Vor drei Tagen kündigte das Branchenmagazin Variety eine Neuauflage der Raumpatrouille an. Die Serie soll ORION heißen und von Uncharted Territory und der Bavaria Fiction produziert werden. In der Ankündigung von Variety am 2. März 2021 liest man:

 "Orion" präsentiert eine vom Klimawandel verwüstete Welt, in der sich die neuen Rekruten des in die Jahre gekommenen Raumkreuzers Orion - darunter die Kampfpilotin aus einer Flüchtlingsfamilie und der Enkel des inzwischen legendären ehemaligen Kommandanten McLane - während der Ausbildung zusammenraufen müssen, als sie plötzlich zur Zielscheibe in einem erbarmungslosen Krieg um Ressourcen von fernen Planeten werden.
 "Wir werden das Thema des erhöhten Wasserspiegels aus der Originalserie einen Schritt weiterführen und die tatsächlichen Auswirkungen des Klimawandels zeigen", so Volker Engel von Uncharted Territory. "Wir wollen in unseren Geschichten vermitteln, dass Umweltschutz in Zukunft nicht nur eine Frage der Politik ist, sondern das einzige Mittel, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Wir denken, dass es nicht umsonst Science-Fiction heißt." 
(Übersetzung: deepl.com/translator)

Die Zeit ist überreif für diese Fortsetzung: Raumpatrouille for Future.

Nomaden im Ruhestand

Wie es ist, mit 60 Jahren
ein Nomadenleben zu beginnen
Bob Wells Buchrezension
Jessica Bruder: Nomadland

Gestern wurden die Golden Globe Awards 2021 verliehen. Nomadland wurde als bester Film ausgezeichnet und Chloé Zhao erhielt dafür den Preis als beste Regisseurin.

Golden Globe Awards 2021
Bester Film: Nomadland
Beste Regie: Chloé Zhao
Nomadland – Deutscher Trailer

Mehr zum Buch und Film im Beitrag Nomadland.

Szenen aus Nomadland
John Steinbeck: Travels With Charley

Mehr zum Buch im Beitrag Die Reise mit Charley.

Die Reise mit Charley

Nachdem John Steinbeck (* 27. 2. 1902 in Salinas, Kalifornien; † 20. 12. 1968 in New York City) einen zweiten Schlaganfall erlitten hat, macht er sich im September 1960 mit einem zum Wohnmobil umgerüsteten Kleinlaster auf eine dreimonatige Rundreise durch die USA, um das Land und seine Leute neu zu erkunden. Sein Wohnmobil nennt er Rocinante, so, wie das Pferd des ruhmvollen Ritters Don Quijote von La Mancha. Sein einziger Reisegefährte ist sein alter schwarzer Pudel Charley.

Steinbecks Rocinante (Foto: LordHarris)
befindet sich heute im
National Steinbeck Center
(Salinas, Kalifornien)

Steinbecks Reisebericht Travels with Charley (Die Reise mit Charley ) erschien 1962 und hat auch heute nicht an Aktualität verloren. Seinen pessimistischen Blick auf die amerikanischen Landsleute Anfang der 60er Jahre kann man nur als einen Weckruf an die Nation verstehen, wenn man an die gegenwärtige Situation in den USA denkt.

Beim Lesen hat man leicht den Eindruck, dass Steinbeck eine Reise beschreibt, die er tatsächlich so unternommen hat. Dabei handelt es sich um einen fiktiven Roman. Seine Beschreibung der auf der Reise erfahrenen Einsamkeit und Fremdheit, die von seinem Alter Ego, dem Pudel Charley, gespiegelt wird, verwendet Steinbeck als literarisches Stilmittel. Eine Recherche von Bill Steigerwald aus dem Jahr 2020 über die wirkliche Reise ergab ein anderes Bild. 

»Eine Reise ist eine Person in sich, keine gleicht der anderen. Und alle Pläne, Sicherungen, Kontrollen und Zwänge sind nutzlos. Nach Jahren des Kampfes stellen wir fest, dass wir eine Reise nicht unternehmen, sondern von ihr unternommen werden. […] Darin gleicht eine Reise der Ehe: Die sicherste Art zu scheitern ist zu meinen, man habe sie fest im Griff.«

John Steinbeck (aus: Die Reise mit Charley, S.8)

Steinbeck soll demnach insgesamt 75 Tage von New York fort gewesen sein. An etwa 45 Tagen war er mit seiner Frau Elaine unterwegs und wohnte mit ihr in den besten Hotels, Motels, Resorts, Häusern und auf der Farm eines Millionärs in Texas in der Nähe von Amarillo.

Reiseroute mit Charley, 1960

Steinbeck schreibt mit einem großartigen Humor. Verstörende Beobachtungen der amerikanischen Lebenswirklichkeit, Begegnungen mit skurillen Zeitgenossen und tiefgründige Betrachtungen vermischen sich zu einem einzigartigen, historischen und äußerst unterhaltsamen Reiseroman.

Weitere Buchzitate

»Ich glaube, wer eine Reise von langer Hand plant, ist im Innersten überzeugt, dass er sie niemals antreten wird.«

»Wenn man einen Gefährten hat, fixiert einen das in der Zeit, und zwar in der Gegenwart, aber wenn sich das Alleinsein niedersenkt, fließen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen.«

»Die äußere Realität hat eine kuriose Art, am Ende gar nicht so äußerlich zu sein.«

Google Doodle
zu Steinbecks 112. Geburtstag
Heute ist sein 119. Geburtstag

Your Room Will Be Ready

150 Jahre Royal Albert Hall
For Friends only von W. H. Auden
vorgetragen von Mick Jagger
Regie Tom Harper
Filmmusik Steven Price
Die meiste Zeit des Jahres leer und still
Erwartet dieser Raum, 
Was Ihr allein als Besucher beitragen könnt
Abstand und Pflichten trennen uns
Doch die Trennung wird nicht als schlimm erscheinen,
Wenn sie unser Wiedersehen
Zu einem wahren Erlebnis macht
Kommt, wenn es soweit ist
Eurer Raum wird bereit sein

(Übersetzung: Rolf Krane)