Ζ

Die Panzer der russischen Armee, die Tod und Zerstörung in die Ukraine bringen, sind mit einem „Z“ gekennzeichnet, das für „Za pobedu“ [deutsch: für den Sieg] stehen soll und zum Markenzeichen russischer Kriegsverbrechen geworden ist. Auf perfide Weise hat die russische Kriegspropaganda die Bedeutung des „Z“ verkehrt, das ursprünglich ein Symbol des Kampfes gegen Kolonialherrschaft, Diktatur und politische Unterdrückung war.

„Z“ ist das Markenzeichen Zorros, der mit seinen Fechtkünsten bei seinen Gegnern ein geritztes „Z“ für Zorro [deutsch: Fuchs] hinterließ. Als Romanfigur des US-amerikanischen Autors Johnston McCulley ist er ein Volksheld im Sinne eines Robin Hood zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Vorlage für Zorro waren wahrscheinlich südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer aus der Zeit des Krieges gegen die spanische Kolonialherrschaft, wie z. B. Jesús Malverde, Simón Bolívar oder Benito Juárez.

Die 1919 erstmals veröffentlichte Geschichte des „Rächers der Armen“ mit schwarzer Maske und Umhang wurde seit den 1920er Jahren mehrfach verfilmt.

Die Maske des Zorro (Martin Campbell, 1998)
mit Antonio Banderas, Anthony Hopkins und Catherine Zeta-Jones
(Trailer, deutsch)

Der Film „Z“ [Alternativtitel: Z – Anatomie eines politischen Mordes] ist ein französisch-algerischer Politthriller des griechischen Regisseurs Constantin Costa-Gavras aus dem Jahr 1969. Er basiert auf dem gleichnamigen Tatsachenroman des griechischen Schriftstellers Vassilis Vassilikos und handelt von der Ermordung des linken Oppositionspolitiker Grigoris Lambrakis in Thessaloniki am 22. Mai 1963 und dem nachfolgenden Prozess, der sich bis 1966 hingezogen hat. Die Filmmusik stammt von Mikis Theodorakis, der 1963 die Lambrakis-Jugendbewegung gründete und deren erster Vorsitzender war.

Z (Constantin Costa-Gavras, 1969)
mit Yves Montand, Jean-Louis Trintignant und Irene Papas
Filmmusik: Mikis Theodorakis
(40th Anniversary Trailer, engl. Untertitel)

Im Griechischen bedeutet Ζεί [gesprochen: Zi] Er lebt. Dieser Satz wurde zu „Z“ verkürzt und von den Lambrakis-Anhängern nach dessen Ermordung als Losung benutzt.

Im Abspann des Films kann man lesen, wie die griechische Militärdiktatur in einem Atemzug Männern das Tragen langer Haare, Miniröcke, Sophokles, Tolstoi, Euripides, das Gläserwerfen nach Trinksprüchen, Streiks, Aristophanes, Ionesco, Sartre, Albee, Pinter, Pressefreiheit, Soziologie, Beckett, Dostojewski, Popmusik, Volksmusik, moderne Mathematik und den Buchstaben „Z“ verboten hat.